Fleischkonsum

Dies ist ein überarbeiteter Artikel vom 15. Februar 2015 aus meinem alten Blog.


Ich weiß nicht mehr wie ich gestern auf das Thema kam, aber ich habe mir Gedanken zum Fleischkonsum gemacht und daraufhin Folgendes getwittert.

Jedes Mal, wenn ich an der Fleischtheke bin, habe ich dieses innere Dilemma. Einerseits mag ich Fleisch sehr (vor allem Rind, Kalb und Wild), andererseits ist es mir auch bewusst, wie industriell inzwischen Fleisch produziert wird.

Ich finde, dass man nicht jeden Tag Fleisch essen sollte, aber genau so sehr wie den Massenkonsum kritisiere ich den kompletten Verzicht. Einen gesunden Mittelweg halte ich für richtig.

Ich glaube, es hat wirtschaftliche Gründe, wie unser Konsumverhalten geworden ist. Fleisch ist teilweise, vor allem im Vergleich zu früher™ einfach sehr billig. Vor allem das Fleisch, das einen anonym in der Gefriertruhe anlächelt und sagt, „Kauf mich“.

Ich halte es für ehrlicher, einmal gesehen zu haben woher das Fleisch kommt, wie die Tiere „aufwachsen”, wie sie geschlachtet werden, und wie das Fleisch portioniert wird. Wir haben uns von Sammlern und Jägern zu Supermarkteinkäufern entwickelt, Fleischkonsum steht in keiner direkten Beziehung mehr zu körperlich erbrachter Arbeit. Und somit geht, glaube ich, viel Wertschätzung für das Essen verloren.

Unter anderem deshalb will ich einen Jagdschein machen. Ich will wissen, woher das Fleisch kommt was ich zu mir nehme, ich will selber etwas dafür machen müssen, um es zu bekommen, und ich will es selbst zerlegen und möglichst viel davon verwerten (Wert erhalten). Wenn ich danach keinen Appetit mehr habe ist es halt so, und wenn ich doch noch Appetit habe ist es besser als das anonyme Fleisch aus dem Supermarkt konsumiert zu haben. Und wie vorhin erwähnt, ich mag einfach den Geschmack von Wild.


Nicht dass das jetzt falsch interpretiert wird - ich will nicht die Vegetarier als böse darstellen, ich will nicht die Fleischkonsumenten als böse darstellen. Ich will einfach nur dass man sich mehr Gedanken macht, woher sein Essen kommt und dass man es mehr schätzt. Dass wir jetzt alle Jagen gehen ist nicht zeitgemäß, dass es Einzelne tun ist gut, und das ist der Weg den ich gehen will. Amen.